Hinterburg

Historie

Die Hinterburg gehört zu den fünf Schlitzer Burgen, die eingebunden in die Stadtmauer die mittelalterliche Stadtbefestigung bilden und den Reichsgrafen von Schlitz (genannt von Görtz) als ritterlichen Wohnsitz diente.

Die Hinterburg befindet sich auf der südlichen Ecke des Schlitzer Stadtbergplateaus und besteht aus dem 36 Meter hohem Hinterturm sowie einem Haupt- und Nebengebäude. Die Entstehungszeit der Burg ist unbekannt, doch werden bereits 1493 „die beyde Burge“ in alten Schriften genannt. Es ist somit anzunehmen, dass die Hinterburg zu diesem Zeitpunkt in ihren Grundzügen bereits fertiggestellt war.

Der Hinterturm, ein alter Bergfried, der seine heutige Gestalt 1572 erhalten hat, wurde im Jahr 1906 nach altem Vorbild mit einer Steinhaube versehen. Seit dem 17. Jahrhundert trug er eine barocke Schieferhaube, die den gräflichen Wächtern als Wachstube diente. Im Inneren befanden sich mehrere Verliese, die als Turmgefängnis benutzt wurden. Der Turm ist heute ein Aussichtspunkt, den man mit dem Fahrstuhl erreichen kann. Zusammen mit dem Turm der Stadtkirche und dem Turm der Vorderburg bildet er einen Dreiklang, der schon aus weiter Entfernung die charakteristische Silhouette von Schlitz erkennen lässt.

Das am Hinterturm angeschlossene Nebengebäude, das „Gräfliche Forstmeisterhaus“, wurde in zwei Bauabschnitten errichtet. So wurde es 1653 um ein Fachwerkgeschoss ergänzt, während die zwei unteren, massiven Geschosse aus dem 15. Jahrhundert stammen.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Haupt- und Nebengebäude der Hinterburg für viele verschiedene Zwecke genutzt: als Wohnhaus der Grafen bzw. als Amtshaus des gräflichen Forstmeisters, als Invalidenheim und zuletzt als Seniorenheim. So war bis 2015 das „Seniorenstift Burg Schlitz“ der Graf Görtzischen Stiftung untergebracht. Diese wurde von Graf Otto Hartmann von Schlitz und seiner Frau Martha Maria kurz nach dem 2. Weltkrieg zur Betreuung älterer Menschen gegründet.

2016 wurden die beiden Gebäude sowie der Hinterturm von der Graf Görtzischen Stiftung verkauft. Das Hauptgebäude erwarb Sebastian Wendt, das Nebengebäude Maria Dern. Der Hintertum ging in den Besitz der Stadt Schlitz über.

Ansichten vor 1907

Hinterturm bis 1906 mit barocker Schieferhaube, die den gräflichen Wächtern als Wachstube diente

Umbau 2017

Nach dem Verkauf der beiden Gebäude in 2016 wurden diese grundlegend technisch saniert und für Wohnzwecke umgebaut. Im Hauptgebäude sind 8 Wohnungen, 5 Büroräume und ein Café untergebracht, im Nebengebäude, unserem „Gräflichen Forstmeisterhaus“, sind nach der Sanierung 7 Wohnungen, davon 4 Ferienwohnungen, entstanden.